Adjeu
Walliser Patois
Sagt man im Kanton Wallis
Hallo
Adjeu ist adieu, und adieu heisst «à Dieu», zu Gott. 1904 erinnerte das Bulletin du Glossaire des patois de la Suisse romande an die alte, vollständige Formel «A Dieu vous commant»: Ich vertraue Sie Gott an, er möge Sie behüten. Im guten Französisch, fügte es hinzu, sollte das Wort sogar langen Trennungen vorbehalten bleiben. Die Romandie hat etwas anderes daraus gemacht. Laut dem Glossaire des patois de la Suisse romande, das seit 1924 erscheint, ist adieu im Patois ein vertrauter Gruss, den man zu jeder Tageszeit verwendet, im Vorbeigehen, beim Kommen wie beim Gehen, aber nur gegenüber jemandem, den man duzt. Schon das Bulletin hielt fest, dass man den Pfarrer, ob katholisch oder reformiert, nicht mit einem adieu anspricht, ein Kind oder einen Freund aber gern.
Das Spiel schreibt es Adjeu. Das Glossaire, das die Laute Dorf für Dorf festhält, verzeichnet im Wallis adyou, adjyou, ajyou oder adyò. In Evolène ist adi laut dem Bulletin vertrauter als ajyou, und beide gehen auf das lateinische ad Deum zurück. Im Val d’Hérens sagt man adī eher zu den Kleinen oder unter jungen Leuten. Und bei Kindern bedeutet «adieu machen», mit der Hand zu winken.
Laut Wikipedia lebt das Patois nur noch in einigen Tälern und Gemeinden des französischsprachigen Wallis, vom Val d’Hérens bis Savièse; Evolène ist die einzige Gemeinde, in der es noch von den Eltern an die Kinder weitergegeben wird.
Die Beispiele stehen im Walliser Patois und verwenden das Wort konprè, «Gevatter», das das Glossaire in Grône festgehalten hat:
Quellen: Glossaire des patois de la Suisse romande, «adieu» (Band I, S. 119) und «bonjour» (Band II, S. 490); Bulletin du Glossaire des patois de la Suisse romande, «Les salutations dans les patois romands» (1904); Wikipedia auf Französisch, «Valaisan (langue)».