Mit Hilfe einer KI aus dem Französischen übersetzt; massgebend ist der französische Text.
Gegenblättriger Steinbrech
Gegenblättriger Steinbrech
Saxifraga oppositifolia
Höhenstufe
Nival
Höhe
1500–4500 m
Blütezeit
Juni – August
Kriechende Teppichpflanze, die sich mit purpurrosa Sternblüten bedeckt, sobald der Schnee schmilzt. Sie wächst in Felsen, Geröll und auf windigen Graten und steigt höher als jede andere Blütenpflanze Europas: Unter dem Gipfel des Doms wurde sie auf 4505 m blühend gefunden. Ihre winzigen, gegenständigen Blätter, dicht an den Stängeln, gaben ihr den Namen.
Auf einem noch schneefleckigen Grat hat sich ein grüner Teppich, so niedrig, dass man ihn für Moos halten könnte, mit purpurnen Blüten bedeckt: Das ist der Gegenblättrige Steinbrech.
Beschreibung
Laut Info Flora bilden seine niederliegenden, 10 bis 30 cm langen Stängel dichte, flache Polster. Seine winzigen, 2,5 bis 4 mm langen Blätter wachsen paarweise einander gegenüber, dicht entlang der Stängel: Sie gaben der Art ihren Namen. Sie sind bewimpert und tragen an der Spitze ein bis drei Poren, durch die die Pflanze Kalk ausscheiden kann. Seine aufrechten, 1 bis 5 cm langen Blütentriebe tragen immer nur eine Blüte, violettrosa bis purpurn, deren Kronblätter die Kelchblätter weit überragen.
Lebensraum
Man findet ihn in Schutthalden und auf steinigem Gelände, von der subalpinen bis zur alpinen Stufe, in den Alpen und Voralpen; Info Flora ordnet ihn namentlich den Kalkschutthalden der Hochlagen zu und beschreibt ihn als arktisch-alpine Pflanze. Er hält einen Rekord: Im August 2009 fand Christian Körner, Botaniker der Universität Basel, Polster der Art, eines davon in voller Blüte, auf 4505 m, rund vierzig Meter unter dem Gipfel des Doms oberhalb von Saas-Fee. Noch nie war in Europa eine Blütenpflanze so hoch gesehen worden.
Lebenszyklus
Als mehrjährige Pflanze behält er seine beblätterten Triebe von einem Jahr zum nächsten über dem Boden. Am Dom liegt laut den Messungen von Christian Körner die ganze Pflanze, Wurzeln inbegriffen, jede Nacht unter 0 °C, selbst im Hochsommer, und rund 600 Stunden pro Jahr über 3 °C genügen ihr. Die Zeitschrift Spektrum fügt hinzu, dass sie ein Bad in flüssigem Stickstoff übersteht. Dort oben dürften seine Polster kaum keimfähige Samen bilden: Wahrscheinlich hat der Wind Samen von weiter unten hinaufgetragen.
In der Schweiz
Die Rote Liste stuft ihn in den Alpen als nicht gefährdet ein, im Jura aber als vom Aussterben bedroht. Nur einige Kantone schützen ihn. Im Mittelland ist er verschwunden und mit ihm eine eigene Form, der Bodensee-Steinbrech. Laut einem Merkblatt Artenschutz von 1999 hatte sich dieses Relikt der Eiszeiten an die Thurgauer Seeufer auf rund 400 m angepasst, die jedes Jahr mehrere Wochen unter Wasser standen. Erstickt von Algen, die sich durch die Nährstoffanreicherung des Sees stark vermehrt hatten, wurde er in der Schweiz nach 1956 nicht mehr gesehen und anderswo nach 1965.
Quellen: Info Flora, Artporträts der Art und der Nominatunterart; Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft, Schweizerische Kommission für die Erhaltung von Wildpflanzen, Zentrum des Datenverbundnetzes der Schweizer Flora und Pro Natura, Merkblatt Artenschutz «Saxifraga oppositifolia subsp. amphibia» (1999); swissinfo.ch, «Scientist finds flower growing above 4,500m» (2011); Spektrum der Wissenschaft, «Die höchste Blütenpflanze Europas» (2011).