Die Standseilbahn Siders–Montana

Von Siders, gleich beim Bahnhof, bis nach Crans-Montana, eine lange Diagonale über den Reben, die längste Standseilbahn des Landes.
Anfang des 20. Jahrhunderts fährt man nach Montana, um die Lunge zu kurieren. 1901, so das Historische Lexikon der Schweiz, baut Théodore Stephani dort ein Sanatorium, das die Hochebene berühmt macht; neun Jahre zuvor hatten Michel Zufferey und Louis Antille ihr Hôtel du Parc eröffnet, und rundherum ist der Kurort gewachsen. Aus dem Tal führt damals nur eine Strasse hinauf, angelegt um 1890.
Zwei Bahnen, dann eine
Die Gesellschaft der Standseilbahn wird im Herbst 1908 gegründet, und die Strecke geht kurz nach Weihnachten 1911 in Betrieb, laut Wikipedia. Danach entstehen dort oben Sanatorien, Hotels und Ferienchalets in grosser Zahl, schreibt das Historische Lexikon. Zwischen Siders und Montana-Vermala liegen rund 4 km: viel zu viel für ein einziges Seil, das zu schwer geworden wäre, erklärt die Fachseite Funimag. Also baut man zwei Bahnen hintereinander, und die Reisenden wechseln in Saint-Maurice-de-Laques den Wagen, auf 1074 m. Die Fahrt dauert damals eine halbe Stunde. Im Frühling 1997 wird die Strecke geschlossen und von Grund auf erneuert; am 16. Dezember öffnet sie wieder, als ein einziger Abschnitt mit einer Ausweichstelle in der Mitte, wo sich die beiden Wagen kreuzen. Nun genügen zwölf Minuten, mit höchstens 8 m pro Sekunde. Mit 4191 m bei 927 m Höhenunterschied ist sie seither die längste Standseilbahn der Schweiz, für Funimag wie für Wikipedia.
Eine ganz neue Bahn
Als die Kranken seltener werden, kurz vor 1960, wendet sich Montana dem Skisport zu; 1987 empfängt der Ort die Weltmeisterschaften. Von März bis Dezember 2022 steht die Bahn erneut still. Schienen, Wagen und Stationen werden ersetzt, und die Spurweite wächst von einem Meter auf 1,4 m, laut Wikipedia. Damit alle 20 Minuten ein Wagen fährt, will die Gesellschaft Zwischenhalte streichen; ein Verein, F’unis, sammelt 8745 Unterschriften, um sie zu retten. Heute hält die Bahn zwischen ihren beiden Enden nur noch in Venthône und in Bluche-Randogne. Die erste Fahrt startet am 11. Dezember 2022 um 6.22 Uhr, berichtet die Gesellschaft, die ihre Station in Crans-Montana mit Solarpanels bedeckt hat und deren Strom in Batterien aufbewahrt.
Über den Reben
Unten klettert die Strecke durch die Weinberge. In den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts, so das Historische Lexikon, bedeckten Reben 43 % des Gebiets von Venthône, und die Weiler Loc und Darnona lebten noch davon.
Auf der Karte
Die Karte zieht einen geraden Strich von Siders bis oberhalb von Crans-Montana, ohne dem Verlauf der echten Linie zu folgen. Zwei rot-elfenbeinfarbene Wagen kreuzen sich dort auf halbem Weg, wie seit 1997, aber ohne Halt unterwegs, weder in Venthône noch in Bluche. Die Fahrt ist dort viel kürzer als die rund zwölf Minuten in Wirklichkeit. Die Fahrzeuge der Karte sind zum Spielen da: Sie halten sich an keinen Fahrplan und zeigen nicht, wo die echten gerade sind. Zum Reisen schau in die offiziellen Fahrpläne; und wenn die Karte mehr können soll, schreib uns, unsere Links findest du oben auf der Seite.
Quellen: Historisches Lexikon der Schweiz, Artikel «Montana», «Randogne» und «Venthône»; Compagnie SMC, Seite «Informations sur la reconstruction du funiculaire»; Funimag, «Funiculaire Sierre Montana Crans»; Wikipedia, Artikel «Funiculaire SMC» und «Liste de funiculaires en Suisse» (französisch), «Standseilbahn Sierre-Montana-Crans» und «Funiculaire Sierre–Montana–Crans» (englisch).
