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Mit Hilfe einer KI aus dem Französischen übersetzt; massgebend ist der französische Text.

Richterswiler Räben

Richterswil, Kanton Zürich

Rüben mit weissem Fleisch und violetter Schale, angebaut, um zu Laternen ausgehöhlt zu werden. In Richterswil trägt die Räbechilbi sie jeden November im Umzug durch den Ort, mit eingeschnitzten Motiven und von einer Kerze erleuchtet. Man isst sie auch als Gemüse und, vergoren, als Sauerrüben.

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An einem Novemberabend zerplatzt in Richterswil eine Rakete am Himmel: Auf dieses Zeichen hin löschen die Anwohner ihre Lichter. Wenige Minuten später, um 18.30 Uhr, gibt ein zweiter Böller den Start zum Umzug. An der Spitze gehen schwarz gekleidete Frauen; hinter ihnen bewegen sich in der Dunkelheit geschnitzte, von innen erleuchtete Rüben.

Herkunft

Die Räbe ist eine Herbstrübe mit weissem Fleisch und violetter Schale, die lange ein Grundnahrungsmittel war. Nach der Getreideernte gesät, wurde sie im Herbst geerntet, wenn kaum andere Nahrungsmittel reichlich vorhanden waren, und kam manchmal jeden Tag auf den Tisch. Die Laternen sind jünger. Laut dem Bundesamt für Kultur, das die Zürcher Räbenumzüge zu den lebendigen Traditionen der Schweiz zählt, stammen die ersten sicheren Beobachtungen von Umzügen aus den 1920er-Jahren, aus dem Zürcher Oberland; vorher trug wohl jeder seine Laterne für sich herum. In Richterswil will es die Legende, dass 1850 Bäuerinnen vom Richterswilerberg so ihren Weg zum Abendgottesdienst beleuchteten. Die Volkskundler haben sie widerlegt: Nichts belegt das Fest vor 1880, ebenso wenig Abendgottesdienste im Dorf im 19. Jahrhundert.

Anbau

Heute wird die Räbe vor allem zur Dekoration angebaut. Allein für die Räbechilbi werden jedes Jahr fast 30 Tonnen gepflanzt und geerntet. Man höhlt die Rüben aus, schnitzt Ornamente, Monde, Sonnen oder Engel in ihre Schale, dann lässt eine Kerze das Motiv leuchten. Die örtlichen Vereine wenden dafür Tausende von Stunden auf: Ihre grossen dreidimensionalen Sujets setzen sich aus Hunderten von Rüben auf Gerüsten zusammen.

Auf dem Tisch

Die Räbe dient nicht nur zum Leuchten. Bis ins letzte Jahrhundert, so Radio SRF, war sie ein gängiges Gemüse; ihr schwefliger Geruch verschwindet beim Kochen, und eine Béchamelsauce macht sie noch milder. Man konserviert sie auch durch Gärung, wie den Kabis: In grobe Streifen geschnitten und gesalzen, ergibt sie Sauerrüben, die man den ganzen Winter über, ab Oktober, roh als Salat oder gekocht mit Speck und Würsten isst. In der Schweiz werden davon noch fast 1000 Tonnen pro Jahr verkauft.

Heute

Seit 1908 organisiert der örtliche Verkehrsverein die Räbechilbi; sie vereint jedes Jahr 1000 bis 1200 Mitwirkende und fast 20’000 Schaulustige. Rund 50’000 Kerzen erleuchten den Umzug, der in etwa einer Stunde anderthalbmal eine Runde von einem Kilometer zurücklegt, während die Anwohner ihre Fassaden mit Räben schmücken.

Quellen: Bundesamt für Kultur, Liste der lebendigen Traditionen in der Schweiz, Eintrag «Räbenlichter-Umzüge» und dessen ausführliche Beschreibung (2024); Kulinarisches Erbe der Schweiz, Eintrag «Sauerrüben und Sauerkraut»; Radio SRF 1, «Nicht nur Räbeliechtli: Wie man mit dem Knollengemüse kocht» (2024).