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Böögg

Böögg

tudestg turitgais

Ins di a Turitg

La figura da l’enviern ch’ins arda al Sechseläuten

Turitg

Vesair sin la charta

Woher es kommt

Jeden Frühling setzt Zürich einen grossen Schneemann aus weisser Jute in Brand, innen Holzwolle und Feuerwerk, aufgestellt auf einem rund zehn Meter hohen Stapel Holz: Das ist der Böögg. Das Fest heisst Sechseläuten, zürichdeutsch Sächsilüüte, also «um sechs läuten»: 1525 beschloss der Rat der Stadt, dass die Abendglocke nach der Frühlings-Tagundnachtgleiche das Ende der Arbeit nicht mehr um fünf, sondern um sechs Uhr verkünden sollte. Darum fängt das Feuer um 18 Uhr an, beim sechsten Glockenschlag von St. Peter, und der Brauch sagt: Je früher der Kopf zerplatzt, desto schöner wird der Sommer.

Der Name ist viel älter als das Fest. Laut dem Schweizerischen Idiotikon, dem grossen Wörterbuch des Schweizerdeutschen, bezeichnete Böögg überall in der Deutschschweiz eine maskierte Gestalt, die in der Fasnachtszeit bettelte, Kinder erschreckte und auf der Gasse Unruhe stiftete. Die Behörden sahen das ungern: Schon 1417 untersagte Luzern, sich zur Fasnacht als Böögg zu verkleiden. In Zürich trugen Buben Strohpuppen, die den Winter darstellten, durch ihr Quartier und verbrannten sie danach; im 19. Jahrhundert übernahmen die Zünfte die Sache. Seit 1902 brennt er dort, wo heute der Platz mit dem Namen des Festes liegt.

Woher das Wort selbst stammt, weiss man nicht. Das Idiotikon stellt es neben das englische bogy, das ebenfalls ein Schreckbild meint, kann aber nicht sagen, ob beide verwandt sind. Fast sicher ist ihm dagegen, dass dieser Böögg mit einem anderen verwandt ist: Im Alemannischen bezeichnet dasselbe Wort einen getrockneten Popel. Das Furchterregende und das Eklige wären demnach zwei Seiten derselben Vorstellung.

Im Gebrauch

Am Festtag hat die ganze Stadt ein Auge auf der Uhr:

  • «Hüt am sächsi wird de Böögg verbrännt.» – Heute um sechs wird der Böögg verbrannt.
  • «Wie lang häts duuret, bis de Chopf explodiert isch?» – Wie lange hat es gedauert, bis der Kopf explodiert ist?

Quellen: Schweizerisches Idiotikon, «Der Sechseläutenböögg und andere Bööggen» (Christoph Landolt, 2014); Wikipedia auf Deutsch, «Böögg» und «Sechseläuten»; Wikipedia auf Französisch, «Sechseläuten».